Nachbarschaftsladen Naunynstrasse

unsere Arbeit in Kreuzberg und Umgebung

ADVENT 30. November 2008

Filed under: Allgemein — naunynstrasse @ 17:24

advent0001In dunkler Zeit ist es immer gut, sich am Licht orientieren zu können, jeder kann nach seinen Möglichkeiten Hoffnung für die Zukunft haben oder Kraft aus der Vergangenheit schöpfen.

Mit den Jahren werden es immer mehr Erinnerungen und Advent, Weihnachten und Kindheitserinnerungen gehören zusammen. Ein wenig Besinnlichkeit, vielleicht auch Sentimentalität, innehalten in der Hektik des Alltages tun gut in dieser trüben Jahreszeit. Man will das Jahr gut zu Ende bringen und kann sich vielleicht fragen, ob Weihnachten mehr ist, als nur eine Geschichte, die sich jedes Jahr wiederholt.

 

Abschied von Horst Wiessner 6. November 2008

Filed under: Allgemein — naunynstrasse @ 18:56

Ein langes Leben ist zu Ende

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November, der Monat des Totengedenkens und am 6.11.2008 begleiteten wir Horst Wiessner auf seinem letzten Weg. Ein guter Mensch ist von uns gegangen. Um zwölf Uhr konnten wir auf dem Friedhof Karlshorst Abschied nehmen.

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Vor einem Jahr erzählte Herr Wiessner in einem Zeitzeugen-Interview zum Thema Kriegs- und Nachkriegsgeschichte noch aus seinem Leben in Kreuzberg, von der Druckerei seines Vaters in der Hollmannstraße, die im zweiten Weltkrieg ausgebombt wurde, vom Nachfolgebetrieb in der Köpenicker Straße, der am 3. Februar 1945 zerstört wurde und vom mühsamen Wiederaufbau nach Kriegsende, in der Oranienstaße 24. Damals hat er seine vor Jahren verstorbene Frau Katharina kennengelernt und diese Wiederaufbauzeit, mit Arbeitstagen von 16 Stunden und mehr, war nach seinen Worten, die schönste Zeit in seinem Leben.

Er war ein bescheidener und fleißiger Mensch, ein Kavalier alter Schule, ein Jünger Gutenbergs, hatte Anteil am Leben seiner Mitmenschen, war Kreuzberger aus Überzeugung und man würde kaum ein Ende finden, wollte man all seine Qualitäten schildern. Es war ein arbeitsreiches Leben, mit allen Höhen und Tiefen, er sah Mauerbau und Kahlschlagsanierung, den Fall der DDR, die Entwicklung einer neuen Zeit, sah, wie sich seine Stadt und die Umgebung mit den Jahren veränderten.

Er war Zeuge einer ereignisreichen Epoche, war immer aktiv, reiste in alle Welt um seine Kinder zu besuchen, war Weltbürger und blieb doch seinem Kiez verbunden.

Viele werden Horst Wiessner vermissen, doch so lange jemand an ihn denkt, ist er für uns unsterblich.

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Wir trauern mit den Angehörigen